Inhalt Alle Ausgaben
1 | 2017

Das E-Magazine der Techniker Krankenkasse

Gutes tun tut gut

Jeder zweite junge, gut ausgebildete Mensch in Deutschland engagiert sich freiwillig. Wir haben vier junge Leute in einer Gesprächsrunde zusammengebracht.

Erzählt doch mal, was hat euch dazu gebracht, euch für andere einzusetzen?

Sabrina Mein Verein ist ganz ungeplant entstanden. Vor drei Jahren war ich länger in Afrika unterwegs und bin zufällig in Livingstone hängengeblieben, einer Stadt in Sambia. Ich habe zwei Monate ehrenamtlich an einer Schule mitgearbeitet und dort die Menschen lieben gelernt. Die Kinder gehören zu den Ärmsten der Armen, und ich wollte dauerhaft etwas für sie tun. Ich habe dann ein Patenschafts-Projekt ins Leben gerufen. Durch die Unterstützung unserer Paten und vieler Spender können wir aktuell zweimal pro Woche für alle Kinder eine warme Mahlzeit kochen.

Klemens Ich bin in meinen freiwilligen Job als Hockeytrainer irgendwie hineingewachsen, war schon als Kind in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv und in der Schülervertretung. Und ich spiele eben sehr gern Hockey. Das kann ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr super kombinieren.

Jörg Helfen kann man auch ohne Ehrenamt! Ich habe zum Beispiel immer gern Mathe-Nachhilfe an der Schule und der Uni gegeben. In diesem Jahr werde ich das erste Mal eine Jugendfreizeit begleiten. Bezahlt werde ich dafür nicht, das will ich auch gar nicht. Ich habe einfach Lust darauf, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten.

Engagement kann ja auch ganz schön anstrengend sein. Was hilft euch, dabeizubleiben?

Jörg Ich finde, etwas für andere zu tun, ist einfach erfüllend. Ich fand es immer toll zu sehen, wie meine Matheschüler besser werden. Und was soll ich allein vor dem Fernseher hängen? Wenn ich mit anderen zusammenarbeite, verwende ich die Zeit auch für mich selbst. Ich hab ja Spaß dabei. Man hilft anderen und verbessert dadurch das Leben. Das der anderen, aber auch das eigene.

Sabrina Genau! Für mich ist es ein totaler Motivationsschub und Energie pur, wenn ich die Kinder vor Ort erlebe. Wenn die Kinder mit leuchtenden Augen ihr Mittagessen in Empfang nehmen – das berührt mich einfach sehr.

Klemens Geht mir ähnlich. Ich freu mich, wenn sich die Spieler im Club entwickeln. Und ich fühle mich bestätigt, wenn wir im Team neue Ideen umsetzen und gemeinsam Erfolg haben.

Catharina Ich glaube, man bekommt auch viel Dankbarkeit zurück: und lernt viel für die persönliche Entwicklung, zum Beispiel Teamgeist und Zusammenarbeit.

Wie kann man denn Menschen zum Ehrenamt motivieren? Sollte man sie dazu verpflichten?

Jörg Nein, auf keinen Fall! Zwang führt zu nichts. Meiner Meinung nach müssen vor allem die Rahmenbedingungen stimmen. Zum Beispiel Steuererleichterungen für Ehrenamtliche. Oder zusätzliche Urlaubstage wie beim Bildungsurlaub.

Klemens Und der Anstoß ist wichtig. Also der Moment, in dem man erkennt: Diese Aufgabe hier ist genau mein Ding! Um dann zu entscheiden: Ja, hier würde ich mich gern engagieren. Das Team um einen herum ist dann die weitere Motivation. Ich glaube sowieso: Wer sich engagiert, will etwas erreichen und etwas bewegen. Und, wenn möglich, einen Erfolg sehen.

Sabrina Außerdem spielt die Zeit, die man hat, eine Rolle. Wer beruflich und familiär stark eingebunden ist, hat halt viele andere Dinge im Kopf. Das geht mir ja auch teilweise so. Aber wenn ein Thema das eigene Herz berührt, dann kümmert man sich einfach gerne darum.

Klemens Ein bisschen Zeit hat doch jeder! Und jeder hat Stärken, mit denen er anderen helfen könnte. Wenn jeder ein wenig Zeit geben würde, wäre das schon ein großes Werk