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1 | 2017

Das E-Magazine der Techniker Krankenkasse

Nicht einfach nur ein Kreuz machen

Gehört politisches Interesse zum guten Umgang? Oder macht sich gerade eher Politikverdrossenheit breit? Unter jungen Menschen ist eines ganz klar: Sie interessieren sich sehr wohl für Politik, aber das Vertrauen in Institutionen lässt immer mehr nach. So treten immer weniger junge Leute (im Alter bis 25) einer Partei bei. Aber: Im Gegenzug möchten immer mehr dieser Jugendlichen tatkräftig mitanpacken und mitgestalten.

Freiwilliges Engagement steht hoch im Kurs – immerhin jeder zweite gut ausgebildete Deutsche ist bereits aus Leidenschaft für eine gute Sache tätig. Das ist ein Ergebnis aus der Shell-Jugendstudie 2015, bei der über 2.500 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren zu ihrer Lebenssituation, Einstellung und Orientierung befragt wurden.

Befragung zur Sozialwahl

Auch die TK wollte vor dem Startschuss zu den Sozialwahlen 2017 die Einstellung zu Politik, Mitbestimmung und Wahlen bevölkerungsrepräsentativ ermitteln. Dafür hatte die Techniker das Meinungsforschungsinstitut Forsa beauftragt und 1.001 Personen über 18 Jahren in computergestützten Telefoninterviews befragen lassen.

Mehr Teilhabe bitte

97 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Versicherten im deutschen Gesundheitssystem gehört werden müssen und auch Einfluss nehmen sollten. Fast ebenso vielen ist es wichtig (92 Prozent), dass Vertreter aus dem Kreis der Versicherten den Kurs der Krankenkassen mitbestimmen.

Dazu Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender des TK-Vorstands: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich diese positive Einstellung auch auf die Sozialwahl überträgt. Die TK-Mitglieder sollten daher ihre Chance nutzen und zahlreich an der Wahl teilnehmen. Denn nur so können sie darüber mitbestimmen, wer sie im höchsten Gremium der TK – dem Verwaltungsrat – vertritt.“

Ja zum Ehrenamt

Mehr als sieben Millionen TK-Mitglieder können seit dem 25. April ihre Stimme bei der Sozialwahl abgeben. Sie wählen ihre Versichertenvertreter in den sogenannten Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat übernimmt bei einer Krankenkasse in etwa solche Aufgaben wie ein Aufsichtsrat in einem Wirtschaftsunternehmen. In der Forsa-Umfrage kam heraus: Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten finden ehrenamtliche Verwaltungsräte richtig. Weil dadurch die Versicherten an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden.

Je älter – desto besser informiert

Sich vor einer Wahl zu informieren und die entsprechende Berichterstattung zu verfolgen, ist für die meisten Befragten ein „Muss“. Allerdings sind – obwohl insgesamt 41 Prozent stark politisch interessiert sind – hauptsächlich Ältere sehr gründlich informiert. Und: Männer steigen weit tiefer in die Nachrichtenlage vor einer Wahl ein als Frauen. 51 Prozent der Männer sagen, sie verfolgen die Berichterstattung sehr genau, während dies nur 42 Prozent der Frauen tun. Die Jüngeren (im Alter von 18 bis 39 Jahren) geben zu knapp einem Fünftel an, sich im Vorfeld einer Wahl  gar nicht für die begleitenden Informationen zu interessieren.

Paare eher politisch aktiv

Wer in einer Beziehung lebt, geht eher zur Wahl. Eine Erkenntnis, die sich quasi am Rande der Forsa-Studie herauskristallisierte. 96 Prozent der Erwachsenen, die liiert sind, haben schon einmal gewählt. Unter den Singles sind es nur 89 Prozent. Dazu passt, dass Paare auch beim Thema Volksentscheid eher vorn dabei sind. 51 Prozent von ihnen haben hier schon mit abgestimmt, bei den Singles sind es nur 41 Prozent.

Mitmischen erlaubt!
Mitmischen ist ausdrücklich erlaubt – zum Beispiel im gleichnamigen Online-Portal zum Bundestag, das mehr bietet als Nachrichten und Infos. Unter der Rubrik „Verstehen“ findet man (sehr aufschlussreiche) Wissenstests rund um Politik und Wahlen.

www.mitmischen.de