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3 | 2015

Das E-Magazine der Techniker Krankenkasse

Ausschalten, um abzuschalten

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Wir mailen, simsen, chatten und surfen was das Zeug hält ─ die meisten von uns täglich, viele Stunden. Nicht nur am PC oder Laptop ─ mit dem Alleskönner Smartphone sind wir auch unterwegs, rund um die Uhr, online. Wer es damit übertreibt, gefährdet seine Gesundheit. Das Zauberwort heißt: Ausschalten!

Mediennutzung verändert das Gehirn, denn unsere Schaltzentrale passt sich unserem Verhalten an. Wer viel digital unterwegs ist, trainiert sogar sein Gehirn. So reagieren besonders online-aktive Kinder und Jugendliche heute schneller, spontaner und flexibler als noch vor 15 Jahren.

Dauerstress fürs Gehirn

Doch alles hat zwei Seiten: Wer es online übertreibt, dem drohen negative Konsequenzen für seine Gesundheit. Eine ständig wachsende Informationsflut, permanente Erreichbarkeit, häufige Unterbrechungen bei der Arbeit durch Anrufe, E-Mails oder andere Online-Nachrichten: diesen Dauerstress hält unser Gehirn kaum aus.

Das kann schlimme Folgen haben: Konzentrationsstörungen oder Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS) gehören dazu, wie auch das krankhafte Aufschieben von unangenehmen Aufgaben. Arbeitsprozesse werden unterbrochen, um lieber neue Nachrichten zu checken oder im Internet zu surfen, eigentlich wichtige Aufgaben bleiben deshalb unerledigt. Das erzeugt Druck und frustriert, in chronischen Fällen kann es in die Depression führen.

Online-Sucht nimmt zu

Experten gehen davon aus, dass in Deutschland rund zwei Millionen Menschen unter Computer-, Internet- oder Handy-Sucht leiden, darunter mindestens 600.000 Jugendliche ─ mit steigender Tendenz. Weil digitale Medien fester Bestandteil unseres Alltags sind, ist es schwer, normalen und krankhaften Medienkonsum voneinander abzugrenzen. Dabei ist die Mediensucht ebenso schädlich, wie andere Abhängigkeiten. Denn auch Mediensüchtige vernachlässigen häufig ihre sozialen Kontakte und auch sich selbst. Sie können Entzugserscheinungen zeigen wie Unruhe, Zittern, Schlafstörungen oder Schweißausbrüche, sobald sie ohne Smartphone oder Computer sind.

Die kontinuierlich wachsende, von uns zu verarbeitende digitale Datenmenge schafft Probleme, auf die wir angemessen reagieren müssen. Viele Menschen wollen permanent vernetzt und erreichbar sein, fühlen sich davon aber überfordert oder gar tyrannisiert. Doch nicht die moderne Technik ist schuld an unserer Überlastung, wir sind selbst dafür verantwortlich. Der Umgang mit den digitalen Medien sollte intelligent und vernünftig sein. Eine Atempause einlegen, sich erholen, die vielen Informationen in Ruhe verarbeiten ─ das funktioniert am besten, wenn wir einfach mal ausschalten.

von Bettina Fischer