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3 | 2015

Das E-Magazine der Techniker Krankenkasse

Ruhe ist die grösste Herausforderung

Nina Voncken ist 24 Stunden am Tag online. Sie twittert und postet, wann immer ihr danach ist (oft), und ihr Smartphone bezeichnet sie als künstliche Armverlängerung. Geht’s auch noch ohne? Das will Nina herausfinden. In einem indischen Ashram zwischen Himalaya und Ganges. Es ist der erste Part einer sechsmonatigen Weltreise für die Social Media Managerin. Kurz vor ihrer Abreise haben wir sie nach ihren Erwartungen gefragt …

Im Interview

Nina Voncken, TK Social Media Managerin

Seit wann bist du in sozialen Netzwerken aktiv?

Schätzungsweise seit zehn Jahren. Lange Zeit überwiegend auf Facebook, mittlerweile bin ich auf diversen Kanälen unterwegs, hauptsächlich auf Twitter und bei Facebook, aber auch auf Instagram oder Pinterest. Viele Kanäle nutze ich natürlich auch passiv, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Und wie intensiv nutzt du die sozialen Medien?

Das ist unterschiedlich. Mal verschicke ich 30 Tweets am Tag, mal gar keinen. Seit kurzem blogge ich. Aber online bin ich eigentlich immer. Ich schlafe mit dem Handy im Bett und da ist es meist nicht auf lautlos gestellt. Ich schaue auch nachts öfter mal darauf und morgens schaue ich erst einmal auf SPON und Twitter, was es Neues gibt. Ich konsumiere vieles online: Ich gucke nicht mehr Fernsehen, sondern Smart-TV, ich kaufe vieles im Internet ein.

Ist es nicht manchmal auch eine Last, ständig online zu sein?

Eine Last ist es nicht, ich habe ja Lust drauf. Ich hab’s mittlerweile trotzdem ein bisschen zurückgefahren, weil ich gemerkt habe, dass intensiv arbeiten und immer online zu sein zu viel war. Mir war nicht klar, dass etwas, was Spaß macht, auch Stress verursacht, wenn man es zu intensiv betreibt. Und ich hab’s ein bisschen übertrieben mit viel arbeiten und always on, das habe ich in den letzten Wochen deutlich zu spüren bekommen.

Und jetzt gehst du für zwölf Tage in ein Ashram. Das heißt: im Handumdrehen von “always on” auf “always off”. Warum machst du das?

Ich will wissen: Kann ich das überhaupt noch – zwei Wochen offline sein? Wie komme ich mit Ruhe und Entschleunigung klar? Wie fühlt sich das an? Werde ich ständig das Gefühl haben, etwas zu verpassen? Komme ich eigentlich damit klar, wenn ich plötzlich auf mich selbst zurückgeworfen bin? Was passiert dann mit mir? Und ich glaube, dass es mir gut tun wird und ein guter Start in eine Reise voller Erfahrungen ist.

Hast Du Angst davor, die Verbindung zur “sozialen Außenwelt” zu kappen?

Angst nicht, aber Respekt. Im Ashram gibt es klare Regeln. Der Tag fängt um fünf Uhr morgens an, bei den Mahlzeiten wird geschwiegen. Man trägt sich für eine Gemeinschaftsarbeit ein, Gärtnern zum Beispiel. Ansonsten wird  Yoga gemacht oder meditiert. Alles bisher so gar nicht mein Ding. Ich verlasse meine Komfortzone und lasse mich auf etwas mir völlig Fremdes ein. Ich bin aber überzeugt, dass man sich nur so weiter entwickelt. Indem man mal über den Tellerrand schaut.

Was glaubst du, wird für dich die größte Herausforderung sein?

Die Ruhe auszuhalten. Ruhe ist die größte Herausforderung.