Inhalt Alle Ausgaben
3 | 2017

Das E-Magazine der Techniker Krankenkasse

Die Elektronische Gesundheitsakte kommt

Specials

Die elektronische Gesundheitsakte kommt, wichtige Kooperationspartner sind bereits gefunden. Die erste Ausbaustufe ist im Laufe des kommenden Jahres geplant.

Mit einer elektronischen Gesundheitsakte (eGA) könnte die medizinische Versorgung wesentlich verbessert und Risiken vermieden werden. Dazu gehören zum Beispiel Wechselwirkungen von Medikamenten oder unnötige Doppeluntersuchungen. TK-Versicherte könnten durch die Nutzung einer solchen Akte also ihre eigene Gesundheitsversorgung optimieren.

Insgesamt 40 Prozent der bevölkerungsrepräsentativ Befragten finden die eGA sehr gut, weitere 48 Prozent gut. Damit bewerten insgesamt neun von zehn Menschen in Deutschland eine elektronische Gesundheitsakte positiv. Diese Einschätzung zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen. Selbst von denen, die der Digitalisierung des Gesundheitswesens eher kritisch gegenüberstehen, befürworten 69 Prozent die Einführung einer eGA.

tk_e-magazine_17_Q4_eGA-loop

Verwaltungsrat gab grünes Licht

Der TK-Verwaltungsrat hatte die satzungsrechtlichen Grundlagen für eine eGA mit einem einstimmigen Votum geschaffen. Und die Techniker setzt sich intensiv dafür ein, dass diese Akte in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen wird. Kooperiert wird mit einem Anbieter, der den Versicherten die Gesundheitsakte über ein direktes Vertragsverhältnis zur Verfügung stellen wird. Denn wichtig ist dabei, dass der Versicherte allein über die Inhalte seiner Akte und mögliche Freigabeberechtigungen an Dritte bestimmen kann. Auf diese Weise hätte die TK – genauso wie der Anbieter – zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf diese Daten.

IBM Deutschland ist der Entwicklungspartner

Eine entsprechende Entwicklungspartnerschaft ist die TK mit IBM Deutschland eingegangen. Auch wichtige Krankenhausträger sind bereits mit an Bord. Ziel der eGA ist, dass Versicherte jederzeit über ihre Gesundheitsdaten verfügen können und die bestmögliche Transparenz zu ihrer medizinischen Versorgung erhalten. Jeder kann frei entscheiden, ob er das Angebot nutzt und wer auf seine Daten zugreifen kann. “Unsere eGA soll eine Versichertenakte werden und davon leben, dass die Daten des Versicherten mit denen anderer Akteure im Gesundheitswesen verbunden werden. Nur so lässt sich das Krankheits-, Diagnose- und Behandlungsgeschehen umfassend abbilden. Mit der bundesweiten Vernetzung der eGA mit großen Krankenhausträgern machen wir den ersten wichtigen Schritt in diese Richtung”, erklärt Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements.

Erarbeitung von Standards für die Dateneinbindung

Die Partner streben zudem an, allgemeingültige Standards für die Einbindung von Diagnose- und Behandlungsdaten in die eGA zu erarbeiten. Die Datensicherheit hat bei dem gesamten Vorhaben eine hohe Priorität: Der Prozess wird entsprechend dem deutschen Datenschutzrecht organisiert und macht den Versicherten zum alleinigen Herrn der gebündelten Daten. In der Konsequenz sollten alle Krankenkassen ihren Versicherten eine geschützte elektronische Akte anbieten müssen, die beim Wechsel der Krankenkasse auch übertragbar ist, damit die Daten nicht verlorengehen und die Vorteile für die Versicherten erhalten bleiben. Geplant ist, im Laufe des kommenden Jahres mit einer ersten Ausbaustufe der eGA zu starten. Das Vorhaben ist ambitioniert und ein Meilenstein in der Digitalisierung des Gesundheitssystems.

Ich finde die Idee einer Elektronischen Gesundheitsakte: